Wie geht es San Francisco nach der Pandemie?

Schlecht, wenn man sich die Zahlen ansieht. Schon vor einigen Monaten berichtete eine Studie, dass die Zahl der Smartphone-Verbindungen mit den Telefonmasten im Stadtzentrum nur mehr ein Drittel der Zahl von 2019 entsprachen und San Francisco damit an letzter Stelle von 62 Städten in Nordamerika liegt.

Besucher des beliebten Touristenortes bemerken auch, dass die Stadt leerer ist, als sie es von der Vergangenheit gewohnt waren. Nun verdeutlicht der San Francisco Chronicle mit weiteren Zahlen die Misere, in der sich die Stadt befindet.

So liegen in 33 von 39 Stadtteilen die Einkünfte aus der Sales Tax unter dem Niveau von 2019, und nur 5 Stadtteile haben inflationsbereinigt mehr Sales Tax generiert, also vor der Pandemie. Die Sales Tax fiel 2023 um 7,2 Prozent unter die Zahl von 2022 und beträgt somit um 28 Prozent weniger also 2019.

Die Sales Tax, die auf Verkäufe an Endkunden aufgeschlagen wird, ist ein direkter Indikator für Wirtschaftsaktivität, und manche Branchen sind besonders schwer betroffen, wie Kleidungsgeschäfte und Kaufhäuser, die einen Einbruch von 59 Prozent erlebten. Ein Supermarkt, der vor der Pandemie 20 Millionen Dollar im Jahr Umsatz hatte, kommt nur mehr auf 1,2 Millionen Dollar. Da er sich im Gebäude befindet, im dem Twitter ist, wurde er von Elon Musks Entlassungswelle bei dem sozialen Medium, die 80 Prozent der Mitarbeiter betraf, besonders hart getroffen. Der einzige Grund, warum der Supermarkt noch lebt, ist die Gratismiete, die ihm der Vermieter gewährte.

Am meisten betroffen ist de Financial District, wo sich vor allem Büros befinden. Nach der Pandemie kam es zu viel Leerstand. Work from Home für die tausenden Tech-Arbeiter leerte die Stadt, und die Spirale von geschlossenen Geschäften, Obdachlosen und Drogenkranken, wie auch einem Kriminalitätsanstieg tragen nicht zur Wiederbelebung bei.

Fünf Stadtteile allerdings haben mehr Einkünfte aus der Sales Tax also vor der Pandemie. Dabei handelt es sich um Japantown, Seacliff, Oceanview-Merced-Ingleside, Treasure Island and Presidio. Letzteres sah einen Anstieg von 65 Prozent zwischen 2019 und 2023. Auch sind dort die noch aus der Militärzeit stammenden Gebäude zu 97 Prozent vermietet, eine Traumzahl, von der der Financial District mit 30 Prozent Leerstand nur träumen kann.

Mehr Fakten und Zahlen hat der San Francisco Chronicle.

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