Künstliche Intelligenz ist in aller Munde, denn nichts fasziniert Menschen so sehr wie Dinge, die menschenähnlich sind. Eine Autofront, die einem freundlichen Gesicht ähnelt, ein Tier, das menschenähnliche Empathie zeigt, oder ein Roboter, kindlich-niedlich Emotionen zeigt.
Kein Wunder, dass KI-Werkzeuge wie ChatGPT die Fantasie beflügeln, uns erstaunen und zugleich Angst einjagen. Doch rascher als wir meinen gewöhnen wir uns an solche Dinge und warten unbewusst schon auf die nächsten „Spielzeuge„. Und die könnten rascher kommen, als wir meinen, denn dank generativer KI wird der technische Fortschritt in etlichen anderen Disziplinen ebenso beschleunigt.
Von einer einzelnstehenden KI sind wir bereits bei der autonomen KI, bzw. den KI-Assistenten, die sich mit anderer Software integriert nützlich machen. Das beispielsweise als Programmierhilfe in Softwareentwicklungsumgebungen, oder im Office-Paket, wo E-Mails zusammengefasst und daraus Präsentationen und Newsletter erstellt werden. Oder als Reisplaner, der automatisch den Rücklug um zwei Tage verschiebt und auch Hotel und Leihwagen verlängert.
Doch wir haben nur 19 Monate, nachdem OpenAI ChatGPT gelauncht hat bereits die erste Integration von solchen großen Sprachmodellen mit Robotern. Die KI erhält einen Körper und danke der Art, wie diese Systeme lernen und was sie an Wissen und Kontxt mitbringen, können Roboter mit einem Schlag viel rascher neue Funktionen erlernen und den Kontext in dem sie sich bewegen erfassen.
Das folgende Video des in Sunnyvale basierten Startups Figure zeigt deren Roboter Figure 01 mit einer ChatGPT-Integration, wie er mit einem Menschen interagiert, kommuniziert und die Zusammenhänge erklärt.
Das Startup hat einige weitere, beeindruckende Videos veröffentlicht, die den Roboter bei anderen Aufgaben zeigt. Und sie sind nicht die einzigen. Ein Dutzend weiterer Unternehmen arbeitet an zweihändigen und zweibeinigen humanoiden Robotern, die mit großen Sprachmodellen versehen erstaunlich geschickt Tätigkeiten ausführen könnten. Hier ist eine unvollständige Liste dieser Hersteller:
- Boston Dynamics
- Tesla Optimus
- Unitree Robotics
- Fourier Intelligence
- Neura Robotics
- Agility Robotics
- UBTECH Robotics
- Apptronik
- Astribot
- Sanctuary AI
- K-Scale Labs
- Kengoro
Eines dieser Videos von Tesla und deren Optimus Bot zeigt, wie er einige Tätigkeiten ausführt und sich im Gebäude bewegt.
Boston Dynamic, die schon seit Jahren faszinierende Videos von allen möglichen Robotern zeigen, haben einen neuen humanoiden Roboter, den New Atlas, vorgestellt.
Oder hier der Unitree H1 Roboter:
Ford hat mit Agility Robotics ein Video mit dem Roboter Digital gezeigt, der Päckchen abliefert.
Astribots Robot hingegen wird gezeigt, wie er Wäsche zusammenlegt, Tischtücher unter Gläsern wegzieht oder Becher stapelt und Objekte sortiert.
Auch Sanctuary AI bringt KI in seine Robotier.
Wie schnell solche Roboter dank künstlicher Intelligenz Aufgaben lernen können, zeigt das von Nvidia veröffentlichte Video zu Eureka!, bei dem die Roboterhand sich das geschickte Jonglieren eines Stifts beibringt.
Apropos schnell: Robot Era aus China zeigt den schnellsten zweibeinigen Roboter:
Mit den Fortschritten, der sich in nun recht kurzer Zeit abspielt, dürfen wir erwarten, dass uns solche robotischen Helferlein sehr bald im Haushalt, in der Pflege oder am Arbeitsplatz unterstützen werden. Und das wirft die Aufmerksamkeit auf einen wichtigen Aspekt: der sichere Umgang zwischen Menschen und Robotern. In großen Farbriken sind solche Roboter heutzutage hinter Gittern, damit sie nicht in Kontakt mit Menschen kommen, die sie ja nicht erkennen oder fühlen können. Diese zweibeinigen und zweihändigen Roboter hingegen sind designt, sich im selben Raum zu bewegen, wie wir Menschen. Damit müssen sie Sensoren haben, die rechtzeitig Menschen erkennen, um sie nicht zu verletzen.
Heute übliche Sensorik ist allerdings zu fehleranfällig und zu teuer, deshalb sind andere Ansätze gefragt. Und einer davon könnte ein vor einiger Zeit hier besprochener sein: zellkulturiertes Gewebe, das auf die Roboter aufgetragen wird und ein künstliches Gewebe mit Nerven wirkt und somit Berührungen oder Temperaturunterschiede erkennen kann.
Einige Science-Fiction-Filme haben das bereits thematisiert, wie A.I., Blade Runner oder Terminator, die von humanoiden Maschinen handeln, die außen ein künstliches Gewebe haben und von Menschen nicht zu unterscheiden sind. Der Roboter wird damit zum Transroboter, er wird menschen- und lebensähnlicher. Ab wann soll ein solches Lebewesen dann Rechte haben und können wir solche Maschinen einfach abschalten (und damit töten)? Es kommen einige interessante Fragen auf uns zu…
Mit Frauke Holzmeier und Andres Laukat von RTL+ saß ich auch erst kürzlich in ihrem Podcast So techt Deutschland zusammen, wo wir über diese Entwicklung sprachen. Hör doch mal rein.




Ein Gedanke zu “Mit KI-Robotern auf dem Weg zum künstlichen Leben”