Fliegende Hufe und abhebende Humanoide

In den 1870er Jahren herrschte bei Veranstaltungen unter Pferdeliebhabern die Frage vor, ob ein galoppierendes Pferd immer zumindest ein Bein am Boden haben würde, oder ob es einen Moment gäbe, wo alle vier Beine in der Luft wären. Auch Leland Stanford, der Präsident der Southern Pacific Railway, dessen mit 15 Jahren verstorbener Sohn zum Namensgeber der Stanford Universität werden sollte, beschäftigte diese Frage .

Wie gut, dass er dem Fotopionier (und Mörder des Liebhabers seiner Frau) Eadweard Muybridge über den Weg lief, und der hier eine Möglichkeit sah, Fototechnologie weiterzuentwickeln. Auf der Stanford Ranch richtete er eine Vorrichtung mit 12 Kameras und einem weißen Hintergrund auf. Ein die Rennbahn entlang laufendes Pferd löste die Kameras durch am Boden gespannte Drähte aus und so entstand am 19. Juni 1878 die heute berühmte Bildserie The Horse in Motion.

Und es bewies, dass ein galoppierendes Pferd regelmäßig in der Luft schwebte und alle vier Hufe vom Boden gelöst waren.

137 Jahre später bei der DARPA Robotics Challenge 2015 war das Problem, mit dem die meisten humanoiden Roboter zu kämpfen hatten, die Stabilität. Man sieht, wie sie stolpern, plötzlich zusammenbrechen und nicht einmal in der Lage sind, während der Ausführung von Aufgaben still zu stehen.

Doch zehn Jahre später, im Jahr 2025 gibt es gleich mehrere Humanoide, die nicht nur stabil stehen und gehen können, sondern auch joggen. Sowohl Tesla als auch Figure.AI haben soeben Videos ihrer natürlich laufenden Humanoiden veröffentlicht, deren Laufbewegung von menschlichen Läufern kaum zu unterscheiden sind.

Ähnlich wie Eadweard Muybridges Fotoserie können wir sehen, dass diese humanoiden Roboter beim Joggen tatsächlich beide Füße in der Luft haben. Von fliegenden Hufen sind wir nun bei abhebenden Humanoiden angelangt.

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