2024: Mein Jahr in Büchern und mit Commissario Brunetti

Das neue Jahr hat begonnen, und etwas verspätet möchte ich doch nochmals einen Blick auf das vergangene Jahr werfen, und zwar auf das Lesepensum. Schon 2019, 2020, 2021 und 2022 fasste ich meine Liste zusammen und stellte sie vor. 2023 kam ich leider nicht dazu, aber 2024 ist nun angesagt.

Was und wie viel also habe ich 2024 gelesen? Eine ganze Menge. Ich kam auf 339 Bücher, Magazine und Comics. Diese Zahl stellt damit den Rekord vom vergangenen Jahr mit einer Steigerung von 18% in den Schatten. Ich las im Durchschnitt fast 1 Buch, Magazin oder Comic pro Tag, und das in drei Sprachen: Deutsch, Englisch und Französisch.

Anzahl der gelesenen Bücher, Magazine und Comics von 2019 bis 2024

Ich führe beim Bücherlesen genau Buch, denn als Autor muss ich doch auch hin und wieder Recherchen machen und meine Bibliothek mit einem Bestand von aktuell etwa 4.000 bis 5.000 Büchern, davon etwa 1.000 französische Comicalben, effizient durchsuchen können. Einerseits habe ich ein Google-Sheet, in dem ich mein Lesepensum eintrage, andererseits verwende ich Librarything, um meine Bücher zu katalogisieren. Letzteres hilft mir dann auch unterwegs auf Reisen schnell nachzuschlagen, was ich schon habe, speziell wenn ich in einem französischen Comicgeschäft stehe und mich frage, welche Bände in einer Serie ich schon habe.

Wie schlüsselt sich meine 2024er Leseliste nun auf? Von den 339 Werken waren 184 Comicalben (zumeist französische und ein paar deutsche), 56 Sachbücher, 2 Biographien, 32 Magazine, 1 Bildband, 4 Kinderbücher, einmal Memoiren und 46 Romane. Und von letzteren waren drei Viertel Krimis, nämliche jene von Donna Leon.

Commissario Brunetti

Im letzten halben Jahr des Jahres 2024 habe ich Donna Leons Commissario-Brunetti-Reihe verschlungen. In den 33 Bänden steht Venedig im Mittelpunkt der Morde und anderer seltsamer Vorkommnisse, die Guido Brunetti zusammen mit Signorina Elettra, einer modebewussten Mitarbeiterin, die jedes Computersystem in ihrem mit Blumen vollgestopften Büro hacken kann, der schönen, aus Neapel stammenden Commissario Claudia Griffoni, Brunettis bestem Freund Sergente Bruno Vianello und natürlich ihrem Vize-Questore Patta aufklären muss, der stets adrett gekleidet ist und bereitwillig den Ruhm für Erfolge einheimst und andere für Misserfolge verantwortlich macht. Der größte Schurke? Die Machenschaften ihres Mitarbeiters Tenente Scarpa.

Die Bücher sind voll von Beschreibungen – nicht nur der grausamen Morde – sondern des Essens, das Brunettis Frau Paola trotz ihrer Arbeit als Englischprofessorin an der Universität täglich für ihn zubereitet.

Ach ja, und all das ist natürlich mit der adligen Gesellschaft in Venedig verwoben, die sich über dem Gesetz steht. Nicht so die Faliers, die Adelsfamilie, in die Paola hineingeboren wurde und deren Eltern sich mit ihrem Schwiegersohn langsam aber sicher anfreunden und lieb gewinnen. Paola, Signorina Elettra und die anderen Charaktere fügen der Serie einen trockenen Humor hinzu, der sie noch unterhaltsamer und leichter lesbar macht.

Ich habe diese Reihe gelesen, während mein Vater, der mir die Bücher empfohlen hatte, eine sehr schwere Zeit im Krankenhaus hatte.

Frauenanteil

Seit 2022 vermerke ich auch das Geschlecht der Autor:Innen. Anlass war dazu die Kritik der britischen Journalistin Mary Ann Sieghart in ihrem Buch The Authority Gap. Seither achte ich bei einem Griff nach einem Sachbuch auch darauf, ob es sich um eine weibliche Expertin handelt, um einen ausgewogenen Blick auf die Welt zu erhalten. Dieses Jahr habe ich das erweitert und zähle auch Romane mit

JahrGesamtdavon FrauenProzent
20195658,9%
2020861315,1%
2021672832,2%
2022683957,4%
2023633047,6%
20241025150,0%

Meine Lieblingslisten

Welche der Comics und Sachbücher haben mir 2024 am besten gefallen?

Comics

Sachbücher

  • Der Kaiser reist Inkognito
  • Chaises et tables volantes auc XVIII siècle
  • Of Boys and Men
  • Frostbite
  • Die Kunst ein Egoist zu sein
  • Le Salon Vert

Lesen

Als Autor muss ich mindestens so viel Zeit mit Lesen verbringen, wie mit dem Schreiben/ Und schreiben und wie ich das tu, habe ich hier mal beschrieben. Dabei lese ich auch kreuz und quer durch den Gemüsegarten. Meine Regel ist dabei bei Sachbüchern, dass jedes zweite Sachbuch nicht mit meinen aktuellen Themen verwandt sein darf. Wenn ich also an einem neuen Sachbuch zu – sagen wir mal – künstliche Intelligenz arbeite, dann lese ich zwischendurch zu Themen wie „Die Finkenschnabel“, „Marina Abramovic“, „Das Wiener Zinshaus“ oder „Why men marry some women and not others“. Dabei stolpere ich immer wieder über interessante Stellen, die meine aktuellen Themen mit guten Vergleichen oder Metaphern befruchten und abwechslungsreicher machen können.

2024 war auch ein Jahr, wo ich überdurchschnittlich oft aus Kalifornien nach Europa musste. Da mein Vater eine schwere Operation mit einigen Komplikationen hatte, ging’s neben dem beruflich bedingten Reisen auch privat über den Atlantik. Im Flieger oder im Zug sitzen ist dabei für mich eine Zeit, wo ich abgeschottet von Internet (siehe Deutsche Bahn) und anderen Ablenkungen mehrere Stunden lesen kann. Vom schnellen Lesen auf Reisen habe auch schon im Sommer geschrieben, das Bild oben stellt dabei mein Lesepensum während 3 Wochen dar.

Was bringt 2025?

Nachdem ich es 2024 aus den erwähnen privaten Gründen und Sorgen nicht geschafft habe, ein Buch fertigzustellen, peile ich dieses Jahr mindestens zwei, besser noch drei an. Das erste ist bereits fast fertig, die anderen sind zur Hälfte ausgearbeitet. Damit wird mein Lesepensum dieses Jahr vielleicht geringer ausfallen als 2024, aber ich werde mein Bestes geben.

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