Die nächsten Schritte für Nvidia? Autos und Roboter natürlich…

DeepSeek sorgte vor ein paar Wochen für Aufregung, weil es vorgeblich die Kosten und den Aufwand für das Training und den Betrieb eines großen Sprachmodells (LLM) in ähnlicher Mächtigkeit wie GPT-4, Llama, Gemini oder Claude drastisch reduziehren hat können.

Zwar hat dieses chinesische Unternehmen einiges an Verbesserungen – wie bei Technologien immer zu erwarten (billiger, schneller, besser, mehr Funktionen) – gebracht, aber die Angaben, die alle aufgeschreckt haben und an den Börsen zum Kurssturz von Nvidia geführt hatten, haben sich als so gar nicht wahr herausgestellt.

Keine Rede mehr davon, dass DeepSeeks Sprachmodell V3 weniger als $6 Millionen gekostet hat. Das chinesische Unternehmen kam bei genauerer Betrachtung nämlich auf ähnliche Kosten wie OpenAI, Meta, Anthropic of Google, um ihr Sprachmodell zu trainieren, sie „vergaßen“ nur anzugeben, dass ihr Modell natürlich auch auf zigtausenden Nvidia H100-Chips ihrer Mutterfirma gelaufen sind (woher sie die auch immer hatten) und auch die sonstigen Kosten, die alle anderen haben, auch für sie angefallen sind. Genauso haben sich die vermeintlichen chinesischen Chips, die weniger leistungsfähig sind, als die von Nvidia und die DeepSeek aufgrund des Technologieboykotts der Amerikaner, eigentlich verwenden sollten, in Wirklichkeit gar nicht verwendet.

Kurzer Rede langer Sinn: es führt aktuell nach wie vor kein Weg an Nvidia vorbei. 

Kommende Investitionen in KI

Sieht man sich an, wie viel Geld die großen amerikanischen Technologieunternehmen letztes Jahr in die Entwicklung von und den Ausbau von Infrastruktur für KI gesteckt haben und wie viel sie 2025 dafür auszugeben gedenken, und wie viel von dem Stargate-Konglomerat (OpenAI, Softbank, Oracle & Co) investiert werden soll ($100 Milliarden sofort, $500 Milliarden insgesamt über die nächsten 5 Jahre), dann braucht man nicht weit schauen, wohin das Geld fließen wird.

Kapitalausgaben 2024 (realisiert) und 2025 (projiziert)

Nvidia wird ein wichtiger Technologiepartner für das Stargate-Projekt sein, und mehr als 75 % der Systeme der leistungsstärksten Supercomputer verwenden Nvidia-Technologie.

Doch in welche Richtung wird sich Nvidia weiterbewegen? Dazu müssen wir uns nur die jüngsten Nvidia-Zahlen genauer ansehen, denn dort stecken die Hinweise auf die Zukunft bereits drinnen. 

Nvidia Quartals- und Fiskaljahreszahlen

Zahlen für das vierte Quartal des Fiskaljahr 2025:

Q4/FJ2025Steigerung zum vorherigen dritten QuartalSteigerung zum Vorjahresquartal
Umsatz$39,3 Mrd+12% +78%
Gewinn$22 Mrd+14%

Für das Gesamtfiskaljahr 2025 lagen die Erlöse aus Datenzentren bei $35,6 Milliarden, 16% mehr als im 3. Quartal Fiskaljahr 2025 und 93% mehr als im Vorjahresquartal. Die Einnahmen aus dem früheren Kerngebiet von Nvidia, Spiele, sank auf $2,5 Milliarden, wein Minus von 22%.

Fiskaljahr 2025Steigerung zum Vorjahr
Umsatz$130,5 Mrd+114%
Gewinn$72,8 Mrd+145%

Vorausblick auf das erste Quartal des Fiskaljahr 2026:

Q1/2026 (erwartet)Steigerung zum VorjahresquartalSteigerung zum Vorjahresquartal
Umsatz$43 Mrd+12%
Gewinn$22 Mrd+14%

Neu entstehende Märkte für Nvidia

In Nvidias aktueller Bilanz geht ein Posten fast unter: der Umsatz aus der Automobil- und Robotikbranche. Dieser stieg um 27% auf $570 Millionen. Das sind zwar momentan noch Erdnüsse, aber wer diese beiden Bereiche verfolgt, weiß, da steht eine Revolution bevor. Das Wachstum dort war mit 27% doppelt so hoch wie in den anderen Bereichen.

Auf diese beiden Bereiche setzt Nvidia, denn alleine die hauseigene Automotiveabteilung beschäftigt von knapp über 30.000 Angestellten um die 3.500 Mitarbeiter. Auch stellte Nvidia auf der CES 2025 unter anderem die Software GR00T vor, die als Basismodell und -technologie für Roboter dienen wird. Sowohl für Autos (egal ob autonom oder noch manuell gesteuert) als auch für Roboter braucht man Nvidias GPUs, und davon zumeist mehrere pro Auto oder Roboter. Auch wenn diese GPUs preislich weit unter den H100- und Blackwell-Chips, die zwischen $10.000 und $40.000 liegen, so wird es dort die schiere Masse an Chips ausmachen, die bei hunderten Millionen oder sogar Milliarden Stück pro Jahr liegen wird.

Wir befinden uns bei diesen beiden Technologien am Anfang starker Wachstumsphasen:

  1. Autonome Autos skalieren nun in Form von Robotaxiflotten wie Waymo, Zoox oder Tesla und werden auch Eingang in immer mehr Autos anderer Hersteller finden;
  2. Roboter: hier macht momentan die Entwicklung Riesensprünge.

Man muss sich dazu nur die jüngsten Videos von Unternehmen wie Figure.AI, ein Robotikstartup aus Sunnyvale, ansehen, und es wird klar, wo das Wachstum für Nvidia erst so richtig in Fahrt kommen wird.

Ein paar Millionen KI-Chips (die Top-Modelle) für die Datenzentren sind zwar lukrativ und schön, aber die Masse und die Kohle kommt zukünftig von den hunderten Millionen Autos und Robotern, in denen die Chips verbaut sein werden. Da rede ich noch gar nicht von den Bügeleisen, der Schreibtischampe und anderen Haushaltsgeräten, in denen in Zukunft auch GPUs verbaut sein werden.

Mit anderen Worten: der Weg für Nvidia ist vorgezeichnet und die neu zu erschließenden Märkte werden das Unternehmen erst richtig interessant machen, sowohl an der Börse als auch technologisch.

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