Roboter lernen wie ein Mensch zu gehen und sich sicher zu verhalten

Vor mehr als einem Jahrzehnt besuchte ich mit meinem Sohn eine Combot-Veranstaltung in San Mateo, und ja, hier kämpften ferngesteuerte Roboter gegeneinander. Ziel bei solch einem Kampfroboterwettbewerb ist, dass derjenige verliert, der als erster sich nicht mehr bewegen kann. Die Hälfte der Zuschauer waren Kinder und es war ein Mörderspaß für alle. Auffallend war, dass hier entgegen den in der Populärkultur gesetzten Erwartungen die Roboter keine Transformer waren, die auf zwei Beinen und mit zwei Fäusten aufeinander einschlugen, sondern meist aussahen, als ob sie tiefer gelegte und mit Kreissägen, Hämmern und Äxten aufgemotzte Roomba-Staubsogerroboter wären.

Tatsächlich gab es aber den Wunsch der Veranstalter nach zweibeinigen Robotern, und denen war sogar erlaubt, schwerer zu sein als die Killerroombas. Doch kein einziger Vertreter hatte zwei Beine, denn das war einfach technisch noch zu wenig beherrschbar gewesen.

Zwölf Jahre später hat sich das geändert. Mehrere Dutzend Robotikfirmen arbeiten und präsentieren ihre zweibeinigen und zweihändigen Roboter, die manchmal mehr, manchmal weniger geschickt gehen oder sogar laufen können.

Das San José-Startup Figure.AI mischt an der vordersten Front der Entwicklung mit. Figure-CEO Brett Adcock stellte ein neues end-to-end neuronales Netz vor, das sich Dank Reinforcement Learning und Simulation auf das Gehen von Robotern fokussiert. Im folgenden Video zeigt Figure, wie die Roboter vorher und nachher gehen. Die Bewegung der Roboter mit dem neuen Modell sieht dabei für uns Menschen natürlich aus.

Warum bauen Firmen wie Figure eigentlich humanoide Roboter? Ganz einfach: die Welt um uns herum wurde von uns Menschen für Menschen designt und ausgerichtet. Jedes Gerät, jedes Werkzeug, jedes Haus wurde auf den menschlichen Körper ausgerichtet. Ein Bügeleisen oder ein Hammer wurden für eine menschliche Hand designt, ein Türgriff ebenso, eine Stiegenhaus für menschliche Beine und Füße. Wollen wir nun Roboter einsetzen, dann sollten sie uns darin ähneln, ohne dass wir mit großen Aufwand robotergerechte Werkzeuge, Geräte und Gebäude entwickeln müssen.

Wenn sie aber unter uns Menschen eben, dann müssen sie auch sicher sein und uns nicht verletzen. Und hier kommen eine Reihe von Anforderungen an die Roboter, je nachdem, ob sie in einer Fabrik oder in einem Haushalt eingesetzt werden. Der für Robotersicherheit verantwortliche Forscher bei Figure, Rob Gruendel, stellte diese in einem Blogpost dar. Während in einer Fabrik nur trainierte Erwachsene in einem nicht öffentlich zugänglichem Raum arbeiten, bewegen sich im Haushalt auch Kinder und untrainierte Personen um einen Roboter.

Neben den Bewegungen des Roboters, der bei seinen Tätigkeiten Menschen erkennen und sicher bewegen können muss, darf er auch nicht einfach aus dem Gleichgewicht zu bringen sein und auf Menschen fallen. Auch Anforderungen an die Batterie im Roboter oder Gelenke, wo schon mal ein kleiner Kinderfinger eingezwickt werden kann müssen berücksichtigt werden. Und weil solche Roboter mit einer generativen KI ausgestattet mit uns kommunizieren, darf auch nichts an der viel diskutierten Sicherheit von KI nicht vergessen werden. Anweisungen und Antworten, die ein humanoider Roboter gibt, sollen richtig sein und dürfen Menschen nicht schaden.

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