Silicon Valley: Die Berichte über meinen Tod sind stark übertrieben.

Ende 2020, mitten in der Pandemie und bevor die ersten COVID-Impfstoffe verfügbar waren, klangen die Nachrichten, dass Silicon Valley-Urgesteine wie Oracle und Hewlett Packard, oder jüngere wie Palantir und Tesla ihre Firmenzentralen in andere Regionen verlegt hatten, wie ein Abgesang. Hat das Silicon Valley seine beste Zeit hinter sich? Ist es am absteigenden Ast?

Nicht so voreilig. Einige Gründe hatte ich schon damals aufgezeigt, warum das nicht notwendigerweise so sein muss, und nun 18 Monate später gibt es aktuelle Zahlen, die einem Niedergang klar widersprechen. So sprechen einerseits die Einwohnerzahlen und Mieten und Hauspreise dagegen, und auch die Menge an Risikokapital zeigt eher das Gegenteil an.

Einwohner

Der San Francisco Chronicle schlüsselte die Zahlen auf. Wie viele Einwohner hatte San Francisco, welche Einwohner verließen sie während der Pandemie und wie viele Einwohner hat die Stadt nun?

FUTURE ANGST

Welche aktuellen Ängste prägen uns? Mit welchen Ängsten waren die Menschen in der Vergangenheit konfrontiert, als es die heutigen Technologien noch nicht gab? Warum mischen wir heute im Wettbewerb der Kulturen um neue Technologien nicht ganz vorne mit? Welche Maßnahmen müssen wir ergreifen, um neue Technologien nicht als etwas Beängstigendes und Feindseliges zu betrachten, sondern als ein Mittel zur Lösung der großen Probleme der Menschheit? Innovationsexperte Dr. Mario Herger stellt in „Future Angst“ die entscheidenden Fragen in Bezug auf Technologie und Fortschritt und zeigt professionelle und zukunftsweisende Lösungen auf. Mit seinem Appell „Design the Future“ bietet Herger einen unkonventionellen und transformativen Ansatz für ein neues, human geprägtes Mindset.

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Von April 2020 bis Juli 2021 verlor die Stadt fast 7 % ihrer Bevölkerung, von 873.965 auf 815.201 Einwohner. Das war die niedrigste Zahl seit 2010. Bei den 25- bis 29-Jährigen ging die Bevölkerung um 26 % zurück. Vor allem jüngere Personen verließen die Stadt, während ältere blieben oder sogar zunahmen. Das hat mit der Wohnungssituation zu tun, weil jüngere Leute weniger Wohnungseigentum haben als ältere und mit den zwar gesunkenen, aber nie unter $2.800,- liegenden Mieten, es Sinn machte, an billigere Orte zu ziehen. Auch weil während der Pandemie viele Lokale und kulturelle Angebote, die San Francisco attraktiv machen, schließen mussten.

Warum gerade so viele weiße Menschen die Stadt verlassen hatten, könnte mit der Zunahme von Home Office zu tun haben. Weiße Menschen in der Bay Area arbeiten mit größerer Wahrscheinlichkeit als Hispanoamerikaner und Schwarze (und etwa gleich häufig wie Asiaten) in Berufen, die eher vom Home Office aus auszuüben sind.

Wohnungs- und Hauspreise

Der Medianpreis für Häuser im Mai 2022 lag in der San Francisco Bay Area bei 1,5 Millionen Dollar, 12,3 Prozent mehr als im Mai 2021. Das kann auch mit der geringeren Anzahl an angebotenen Häusern zu tun haben, was nicht darauf hinweist, dass die Menschen die Region verlassen wollen. Zumindest nicht diejenigen mit Hauseigentum.

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Für die nächsten 12 Monate wird zwar mit einer Abflachung der Preisanstiege gerechnet, es soll aber immer noch einen Preisanstieg geben. Das ist übrigens auch meine Erfahrung. In all den fast 21 Jahren sind selbst in den Krisen die Hauspreise nie wirklich gesunken.

Risikokapital

Der vielleicht wichtigste Indikator für die Dynamik des Silicon Valleys als Startup-Mekka ist aber das Risikokapital. Zwar beträgt die Anzahl an Risikokapitalfirmen nur 28 Prozent, aber sie vereinen 56 Prozent des in den USA verfügbaren (aber nicht unbedingt investierten) Risikokapitals (Dry Powder).

Risikokapital: Firmen und Geld in amerikanischen Metropolregionen 2020
Quelle: Analyse von Ian Hathaway aus Pitchbook-Daten

Auch sah das Fundraising für Venture Capital 2021 einen Sprung. Dieses stieg in den USA in nur einem Jahr von 86,9 Milliarden Dollar im Jahr 2020 auf 128,3 Milliarden.

VC Fundraising 2021
Quelle: Pitchbook

Und wiederum: ein Großteil davon ist im Silicon Valley konzentriert. Im ersten Quartal 2021 waren die drei größten Exits – Roblox, Tuya Smart und Affirm – alle im Silicon Valley oder in San Francisco angesiedelt und brachten zusammen mehr als 63 Milliarden US-Dollar ein. Von den 25 größten Early-Stage-Deals im ersten Quartal 2021 wurden 12 in diesem Bundesstaat abgeschlossen. Von den 10 größten Deals war die Hälfte in Kalifornien angesiedelt.

Zusammenfassung

Ist das Silicon Valley am absteigenden Ast? Nicht wirklich, und wenn, dann gibt es nicht ohne einen harten Kampf auf. Und für Delegationen scheint es neuerliches Interesse erweckt zu haben. Die ersten großen Delegationen sind zurück, und viele andere haben sich für die nächsten Wochen und Monate bereits bei mir angekündigt. Seit die Pandemie vor allem dank Silicon Valley-Unternehmen wie Zoom, Netflix, Google, Apple und anderen halbwegs bequem durchtaucht werden konnte, ist auch die Faszination wieder da, die vorher schon irgendwie als Silicon Valley-Hype abgetan worden war. Angeblich Tote leben länger.

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