Jetzt ist es passiert: ein Teslafahrer verunglückte tödlich in einem Tesla. Ist das nunmehr das Ende von selbstfahrenden Fahrzeugen? Wirft das die Entwicklung um Jahre zurück? Nicht unbedingt, denn wie so oft er Fall, kommen hier ganz bestimmte Umständen zusammen. Und das sehen wir uns an.
Zuerst ist hier interessant, wie der Unfall zustanden kam. Laut ersten Berichten war der Wagen mit eingeschaltetem Autopiloten unterwegs. Gemäß einem Blogeintrag von Tesla passierte am 7. Mai 2016 folgendes:
Weder der Autopilot noch der Fahrer bemerkten die weiß gestrichene Seite eines Lastwagenanhänger gegen helles Sonnenlicht, deshalb aktivierten die Bremsen nicht. Die Höhe des Sattelschleppers in Kombination mit dessen Position auf der Straße – eine äußerst rare Zusammenkunft von Umständen – riefen eine Kollision hervor, die das Modell S unter den Anhänger schoben, wobei die Anhängerunterseite mit der Windschutzscheibe des Modell S kollidierte.
Der links in eine Seitengasse abbiegende Sattelschlepper blockierte damit die Straße für den entgegenkommenden Verkehr. Und für so ein Szenario sind diese Kamerasysteme nicht ausgelegt. Sie sind darauf spezialisiert Auffahrunfälle zu vermeiden. Der Sattelschlepper von de Seite her betrachtet erschien dem System offensichtlich von den Sensorsignalen aus wie ein überhängendes Straßenschild. Damit lässt sich auch das Verhalten des Autos erklären, das nach dem Unfall zuerst mal weiter fuhr und erst dann zum Stehen kam.

Auch reden wir hier von Autobahngeschwindigkeiten, die die Reaktionszeit drastisch herabsetzen. Es kann aufgrund einer ersten Unfallanalyse auch ein Fehlverhalten des LKW-Fahrers vorliegen, der vielleicht auch ohne dem Autopilot-Modus zu einem solchen Unfall geführt hätte.
Ist damit nun das Horrorszenario eingetreten, das immer wieder hervorgerufen wird, nämlich das Trolley-Problem? Ist damit autonomes Fahren weg vom Fenster weil gezeigt wurde, dass es nicht funktioniert?
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